Einsatzwesen

1. GEBIETSZUSTÄNDIGKEIT

 

Die Österreichische Wasserrettung Vorarlberg (ÖWR-V) ist eine der drei anerkannten Rettungsorganisationen gem § 3 Vorarlberger Rettungsgesetz die unter anderem das Rettungswesen (insbesondere an und auf Gewässern) in Vorarlberg zu besorgen hat. Zusätzlich umfasst das Einsatzgebiet auch den internationalen Teil des Bodensees. Dabei wird primär das Gebiet des österreichischen Vollzugsbereichs und sekundär der Ostteil des Bodensees betreut. Eine Ausweitung der Einsatztätigkeit auf andere Bundesländer und Staaten sowie auf den gesamten Bodenseebereich ist in begründeten Fällen möglich.

 

2. EINSATZSTRUKTUR

Zur Einsatzbewältigung wurden die Einsatzkräfte der 8 Wassererrettungs-Ortsstellen (Abteilungen) in Gruppen bzw Zugsstärke organisiert.

Für größere bzw personalintensivere Einsätze werden die Abteilungskräfte gebündelt und im Rahmen der Abschnitte Oberland und Unterland eingesetzt. zusammengefasst. Für den Bodensee besteht ein eigener Einsatzabschnitt. Für Großlagen werden alle Einsatzkräfte des Landes zusammengefasst.


3. EINSATZPERSONAL

Der Zugang in die Einsatzmannschaft erfolgt ausschließlich über die Absolvierung einer Rettungsschwimmerausbildung (Retterschein) und ist somit ab dem 16. Lebensjahr möglich. Im Rahmen einer (meist zweijährigen) Probezeit als Anwärter sind weitere Basisausbildungen zu absolvieren, deren erfolgreicher Abschluss die Voraussetzungen für die Aufnahme eine Einsatzmannschaft ab dem vollendeten 18. Lebensjahr bildet. Neben der Basisaufgabe Rettungsschwimmen sind anschließend auch Spezialisierungen in den Fachbereichen Nautik, Tauchen und Wildwasser möglich.

Der zuständige Einsatzleiter der Abteilung (ELA) ist für die Einsatzbereitschaft seiner Abteilung verantwortlich und entscheidet jährlich über die personelle Besetzung. Derzeit (Stichtag 1.7.2010) verfügt die ÖWR-V über 217 ausschließlich ehrenamtliche Einsatzkräfte (davon 40 Anwärter) welche bei Bedarf durch zusätzliche 559 aktive Wasserretter/Innen unterstützt werden.


 

4. ALARMIERUNG

Seit dem Jahr 1993 erfolgt die landesweite Alarmierung der Wasserrettung über die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle in Feldkirch-Altenstadt, zuvor bestand eine langjährige Kooperation mit der Leitfunkstelle des damaligen Landesgendarmeriekommandos in Bregenz.

Um die ganzjährige und sofortige Einsatzbereitschaft sicherstellen, sind die Einsatzkräfte mit Personenrufempfänger (Pager) ausgestattet und werden anhand vorgegebener Stichworte (W = Wasserrettungsereignisse) alarmiert.

 

5. EINSATZSPEKTRUM

Die Wasserrettungseinsätze werden von den Einsatzleitern auf Abteilungs- Abschnitts- oder Landesebene geführt. Neben der Zuordnung zu den Fachbereichen Rettungsschwimmen, Nautik, Tauchen und Wildwasser kategorisieren sich die Wasserrettungseinsätze in nachstehende Einsatzschlagworte:

Erste-Hilfe-Leistung

Personenrettung

Leichenbergung

Tier- und Sachgüterbergung

Sachgütersuche

Technische Hilfeleistung

Umwelteinsatz

Veranstaltungsüberwachung

Sturmwarnfahrt

Assistenzeinsatz

Sonstige Hilfeleistung

Fehlalarm

 

BEREITSCHAFTSDIENST

An den Wochenenden und Feiertagen während der  Wassersportsaison (Mai-September) versehen die WasserretterInnen in 17 Badeanlagen des Landes einen zusätzlichen Überwachungsdienst. Zudem ist eine Schnelleinsatzgruppe bestehend aus einem Trupp Tauchen/Wildwasser sowie einer Bootsbesatzung auf dem Bodensee stationiert um eine schnellstmögliche Einsatzübernahme zu gewährleisten.

Ganz im Sinne der Gefahrenvorbeugung werden Veranstaltungen am und auf dem Wasser bei Bedarf zusätzlich überwacht.


Eine Besonderheit stellt der Sturmwarndienst auf dem Bodensee dar, in den die „nautische Abteilung“ des Landesverbandes eingebunden ist.

Besonders der Ostteil des Bodensees kann sich aufgrund auftretender Föhnwinde besonders heftig entfalten und erheblichen Seegang entwickeln. Zur Gefahrenabwehr werden die Wassersportler seit 1963 international durch orangefarbene Blinklichter am gesamten vor Starkwind oder Sturm gewarnt.

In enger Zusammenarbeit mit der Seepolizei führt die Wasserrettung den Sturmwarndienst durch, in dem die Wasserrettungsboote bei Sturm oder Starkwind auslaufen, Wassersportler auf die Gefahren hinweisen und im Anlassfall rasch Hilfe leisten. Zur Erhöhung der Warndichte wurde das schwere Patrouillenboot V9 eigens mit Vorrichtungen ausgestattet, die die Abgabe der internationalen orangefarbenen Blinklichter ermöglichen.


Den 8 Abteilungen sind für die Einsatzbewältigung Schwerpunktaufgaben zugewiesen. Die Abteilungen Bregenz und Feldkirch-Frastanz übernehmen zusätzlich die Funktion einer Stützpunktabteilung für das Ober- bzw Unterland. Basierend auf einem Konzept für den nautischen Bereich wäre er Stützpunkt für den Abschnitt Bodensee in Form einer organisationsübergreifenden Seenotzentrale mit Standort in Hard geplant – die dies-bezüglichen Gespräche laufen seit Jahren.

 

Zur Einsatzbewältigung werden die materiellen Ressourcen (Fahrzeuge, Boote, Funk- Medizinausrüstung, Tauch-, Berge- und Rettungsgeräte usw) von den Fachreferaten des Landesverbandes zur Verfügung gestellt und betreut.

 

Dzt sind beispielsweise nachstehende Gerätschaften (ohne Ersatz- und Reservematerialien) in Verwendung:

Tauchausrüstungen komplett

ca . 35

Hebekräfte (Hebeballons)

10 t

Unterwasserkamera

1

Wildwasserausrüstungen komplett

ca 80

Canyoningausrüstungen

ca 20

Einsatzfahrzeuge

4

Kleineinsatzfahrzeuge

5

Sonstige Fahrzeuge

2

(Boots-)Anhänger

10

Schwere Rettungsboote

1

Rettungsboote

2

Hochwasser- und Eisrettungsboote

6

Raftboote

3

Sonstige Boote

1

 

 

Festzuhalten ist, dass sich die Wasserrettung zur organisationsübergreifenden Zusammenarbeit aller Blaulichtorganisationen bekennt.

 

Mit den Mannschaften der Einsatzboote der Feuerwehr und Polizei besteht auf dem Bodensee zudem eine enge Partnerschaft mit den benachbarten Organisationen der Bodenseeanrainerstaaten.